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05.03.1999 |
ZusŠtzlich im Programm!
DREAMGIRLS...von wegen Schicksal
femme totale - Round Table
Sa., 13.03.1999, 20.00 Uhr, CineStar-Der Filmpalast
GŠste der Diskussion:
Ute Mahler (freie Fotografin)
Helen Vita (SŠngerin/Schauspielerin)
Hilde Kulbach (ehemaliges Fotomodell)
Monika Treut (Regisseurin)
vorraus: Gudrun Orkras (Schauspielerin)
Moderation: Sabine Brandi (WDR)
In der diesjŠhrigen Talkrunde beschŠftigt sich femme totale mit den beruflichen Biographien von Frauen im MediengeschŠft .
Im Anschlu§ an den Round Table zeigen wir um 22 Uhr:
GENDERNAUTS
R: Monika Treut
D 1999, F, 35mm, 86 min
"Gendernauts" erforscht PhŠnomene von Gender-Auflšsung am Ende des Jahrttausends in der Bay Area in Kalifornien. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen Cyborgs, Menschen, die mit Hilfe neuer Technologien ihren Kšrper und ihr Denken verŠndern, vor allem biologische Frauen, die das mŠnnliche Sexualhormon Testosteron benutzen.
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17.02.1999 |
Pressemitteilung
7. Internationales Filmfestival von femme totale "AS LARGE AS LIFE Ð BIOGRAFISCHE STREIFZ†GE" vom 10. bis 14. MŠrz in Dortmund
Die GŠste des Festivals
Zahlreiche Regisseurinnen, Schauspielerinnen und Fachleute haben sich zum 7. Internationalen Filmfestival von femme totale in Dortmund angesagt.
Nina Petri ist eine der drei Schauspielerinnen in der Festivalreihe Weder glatt noch gefŠllig. An drei Abend werden auf dem Festival deutsche Schauspielerinnen vorgestellt: Sie zeigen einen Film ihrer Wahl und stellen sich anschlie§end den Fragen der Filmjournalistin Claudia Lenssen. Die Hamburgerin hat inzwischen mit fast allen aktuellen FilmemacherInnen in Deutschland gedreht. Derzeit ist sie in Peter Kahanes BIS ZUM HORIZONT UND WEITER in den Kinos zu sehen. Zum Festival bringt sie DIE T…DLICHE MARIA mit, fŸr den sie den Bayerischen Filmpreis 1994 erhielt. Neben Nina Petri kommen Julia JŠger (u.a. KARNIGGELS, NEBEN DER ZEIT) und Janina Sachau, eine junge SchauspielschŸlerin aus Dortmund, die fŸr ihre erste Hauptrolle mit dem Darstellerinnenpreis auf dem diesjŠhrigen Max-OphŸls-Festival in SaarbrŸcken ausgezeichnet wurde.
GŠste aus Fernost
Aus Japan, dem LŠnderschwerpunkt des Festivals, haben sich drei Regisseurinnen und die Leiterin des renommierten PIA-Filmfestivals angekŸndigt. Das PIA-Filmfestival ist eins der beiden gro§en Festivals in Japan und widmet sich dem jungen, unabhŠngigen Film. Keiko Araki, die Festivalleiterin, wird in Dortmund Ÿber die Situation japanischer Filmemacherinnen sprechen. Im Programm laufen drei Kurzfilme von jungen Regisseurinnen, die auf dem PIA-Filmfestival ausgezeichnet wurden: TEARS OF SAND (R: Tai Kadoe, 1994) GOODBYE-MOVIE (R: Natsuko Ohtsuki, 1995) und SUPER LOVER (R: Keiko Utagawa, 1994).
Als Europapremiere zeigt das Festival IN SEARCH OF A LOST WRITER in Anwesenheit der Regisseurin Sachi Hamano. Auf einer Party voller exzentrischer Menschen unterhalten sich zwei junge Frauen Ÿber eine Schriftstellerin. Ihr Name ist Midori Osaki. Sie hat MeisterstŸcke der Literatur verfa§t und ist 1932 im Alter von 35 plštzlich und fŸr immer aus der literarischen Welt verschwunden. Wer war Midori Osaki? Die Regisseurin Sachi Hamano hat eine eher ungewšhnliche Karriere hinter sich: Sie drehte bisher Ÿber 300 Pinkfilme.
Mit weiblichen Schšnheitsidealen in der japanischen Kultur setzt sich Midori Kurisaki auseinander. Seit Ÿber 1000 Jahren sind schwarze, lange und glŠnzende Haare in Japan Symbol und Attribut fŸr weibliche Schšnheit. Der Film DARK HAIR (1980) betrachtet dieses PhŠnomen unter historischen und kulturellen Aspekten. Dazu zŠhlen nicht nur Ÿberlieferte Stoffe und Motive, sondern auch traditionelle KŸnste, wie das Kabuki-Theater oder das Puppentheater Bunraku. Midori Kurisaki kommt zum Festival.
Nanako Kurihara ist die dritte Regisseurin, die in Dortmund zu Gast ist. Ihre Dokumentation LOOKING FOR FUMIKO (1993) gab der Japanreihe des Festivals den programmatischen Namen. Die Filmemacherin verlie§ ihr Land wegen der geringen Entfaltungsmšglichkeiten fŸr Frauen. Erst in New York erfŠhrt sie von der japanischen Frauenbewegung, die 20 Jahren zuvor ins Leben gerufen wurde. Gefesselt von dieser Entdeckung reist sie zurŸck nach Japan und macht sich auf die Suche nach den 'Veteraninnen' der Bewegung.
Drei Regisseurinnen aus Finnland auf dem Festival
Drei Regisseurinnen aus Finnland sind mit neueren Filmen zu Gast: Erstmals in Deutschland lŠuft SAND BRIDE, die Geschichte einer Liebe im Alter. SAND BRIDE (FIN 1998) ist Pia Tikkas zweiter Spielfilm nach THE DAUGHTER OF YEMANJç (FIN, BRAS 1995). Pia Tikka arbeitet seit 1989 eng mit Mika KaurismŠki zusammen. THE COLLECTOR (Neitoperho, 1997) ist ein Wild Travel, ein finnisches Roadmovie der besonderen Art Ÿber eine junge Frau, die es nicht ertragen kann, abgewiesen zu werden. Auli Mantila fŸhrte Regie und schrieb das Drehbuch. Sie war bereits 1993 Gast bei femme totale mit ihrem Kurzfilmdebut JEHU.
Pirjo Honkasalo hat sich in Finnland lŠngst einen Namen gemacht, ist im restlichen Europa jedoch wenig bekannt. Ihren ersten Spielfilm drehte sie 1977 mit Pekka Lehto (KAINUU 39). FIRE-EATER (TulennielijŠ, 1998) ist ihr neuester Film und von erzŠhlt die traumatische Kindheit und Jugend einer Frau und ihrer Schwester.
Das Leben im Sucher Ð Fotografinnen
BuchstŠblich in letzter Minute ist es gelungen, OFFICE KILLER der New Yorker Fotografin Cindy Sherman nach Dortmund zu holen. Obwohl der Bundestart seit zwei Jahren mehrfach angekŸndigt wurde, ist OFFICE KILLER bis heute nicht in den Kinos angelaufen. Nun ist er endlich in Deutschland zu sehen.
Die Eigenart Shermans, in ihren frŸhen Arbeiten immer als ihr eigenes Modell aufzutreten, sorgt stets fŸr Aufmerksamkeit, vor allem, da sie in den unterschiedlichsten Frauentypen oft nicht wiederzuerkennen ist und sie so die Konstruktion von Weiblichkeit entlarvt. Als sich Sherman in den Arbeiten, die zu Beginn der 90er Jahre entstehen, als Modell ausklinkt, bleibt der Kšrper in seinen verschiedenen AggregatzustŠnden ihr Thema; Sex, Gewalt, Tod flie§en mit ein, hier als purer Horror. Kein Wunder, da§ OFFICE KILLER, ihr erster Spielfilm, ironisch die Geschichte einer Serienmšrderin erzŠhlt, einer unscheinbaren und unterbezahlten Redakteurin, die einen raffinierten Feldzug gegen rŸcksichtslose Vorgesetzte startet. Die schwarze Komšdie lŠuft bei femme totale in der Programmreihe Das Leben im Sucher, die Filme von und Ÿber Fotografinnen zeigt.
Ein weiterer Film in dieser Reihe ist HIGH ART von Lisa Cholodenko, die fŸr ihren Film auf dem Sundance Festival 1998 mit dem Preis fŸr das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Ally Sheedy spielt in der US-Independent-Produktion eine drogenkonsumierende Fotografin, die sich aus Frust Ÿber die Verlogenheit der Kunstwelt aus der 'Hohen Kunst' zurŸckzieht. Als sie von einer jungen Redakteurin 'wieder'entdeckt wird, bahnt sich eine nicht unkomplizierte Liebesbeziehung an, die Cholodenko wunderbar sensibel inszeniert hat.
IÕLL BE YOUR MIRROR (USA 1995) ist ein Film von Nan Goldin, die ein PortrŠt der KŸnstlergemeinde New Yorks in den 80er zeichnet.
Die US-Regisseurin Barbara Hammer bringt THE FEMALE CLOSET (USA 1997) nach Dortmund mit. Leben und Arbeit dreier KŸnstlerinnen dienen als Ausgangspunkt dieser historischen AnnŠherung an die Welt der "schšnen KŸnste": Die um 1900 arbeitende Fotografin Alice Austen; Hanna Hšch, die mit ihren Dada-Fotomontagen berŸhmt wurde; und Nicole Eisenmann, Wunderkind der heutigen schicken, lesbischen New Yorker Kunstszene.
FŸr weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Anne Haage, tel. 0231/5025162 oder mobil 0171/4161343. In diesen Tagen erscheint auch das Festivaljournal mit der vollstŠndigen ProgrammŸbersicht.
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27.01.1999 |
Pressemitteilung
Pressemitteilung vom 27. Februar
7. Internationales Filmfestival von femme totale vom
10. - 14. März in Dortmund
Auf Um- und Abwegen
"As large as Life - Biografische Streifzüge" ist das Thema des 7. Internationalen
Filmfestivals von femme totale. Das Festival verfolgt Geschichten, die das Leben schreibt Ð jenseits
der gradlinigen Lebensläufe und Vorbildbiografien: Ausstieg und Aufbruch; Leben abseits von
Normalität und Konvention; Ereignisse, die dem Leben eine unerwartete Wendung geben;
exzentrische Karrierefrauen und Karriereknicks; alte Schachteln und schwierige Schwestern,
Frauen auf der Suche oder auf der Flucht...
femme totale nähert sich dem komplexen Thema in verschiedenen Schwerpunktreihen:
Die Philosophie des Unterwegs. Das Unterwegssein im Roadmovie ist Synonym für jedwede Suche nach dem Lebenssinn.
My brilliant Career. Working Girls, Frauen, die ihren Weg gegen alle Widerstände gehen, Karrierebrüche und Karriereknicks.
Der Blues der alten Schachteln. Was zeigt das Kino vom Endpunkt unserer Lebens-Läufe? Verschrobene "Omas", alte Jungfern und giftige alte Tanten.
Just the two of us. Schwestern im Film: symbiotische Beziehungen, Haßlieben und Konflikte.
Unorte. Leben abseits der Alltäglichkeit Ð freiwillig oder unfreiwillig. Im Knast, im Krieg, auf der Straße, in Scheinwelten.
Avatar. Faszination und Risiken beim Spiel mit multiplen Identitäten im Internet, in Zusammenarbeit mit der Amsterdamer Gruppe AXIS, die sich mit Kunst und Gender auseinandersetzt.
Lost in Musik. Exzentrische Stars, ihre inszenierten und ihre privaten Biographien, ihre Rolle im Leben der Fans. Musiker, die die Abwege des Lebens in die Pariser Metro verschlugen.
Das Leben im Sucher. Fotografinnen. Filme von und über außergewöhnliche Fotografinnen wie Nan Goldin, Cindy Sherman oder die indische Fotografin Homai Vyarawalla.
Looking for Fumiko Ð Unbekanntes aus dem Filmland Japan
Echtes Neuland betritt das Festival mit dem Schwerpunkt Japan. Zwar widmen sich mittlerweile viele europäische Festivals dem japanischen Kino, Filmemacherinnen sind dabei aber selten zu finden. Tatsächlich drehen Frauen erst seit rund zehn Jahren in nennenswertem Maße Filme in Japan. Vorher war das Filmgeschäft absolut männerdominiert.
femme totale wirft einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Filmschaffens von Frauen in Japan: Gezeigt werden einige der wenigen frühen
Filme von Frauen, Filme aus den 90er Jahren und Kurzfilme von Filmstudentinnen. Einige Regisseurinnen, u.a. Sumiko Haneda, Sachi Hamano oder Naomi Kawase, deren Film Suzaku 1996 in Cannes die Goldene Palme für die Kameraführung erhielt, sind zum Festival eingeladen.
Weder glatt noch gefällig
Schauspielerinnen auf ihrem Weg nach oben. femme totale präsentiert außergewöhnliche Schauspielerinnen und selbstbewußte Frauen, die ihren Filmfiguren einen Zauber verleihen, der die Zuschauer in den Bann schlägt.
Drei junge Schauspielerinnen aus Deutschland werden auf dem Festival zu Gast sein: Julia Jäger und Janina Sachau. Einem größeren Publikum wurde Julia Jäger mit Detlev Bucks Karniggels (1991) bekannt. Sie spielte außerdem in Neben der Zeit (1995, R: Andreas Kleinert), Rohe Ostern (1995, R: Martin Gutmann) und Ein tödliches Verhältnis (1998, R: Michael Bartlett).
Janina Sachau kommt aus Dortmund, der Stadt des Festivals, und wird mit dem Film Requiem für eine romantische Frau (1999, R: Dagmar Knöpfel) auf dem Festival vertreten sein. Der Film kommt im März in die Kinos und wird auf dem Festival seine NRW-Premiere feiern. Die Regisseurin Dagmar Knöpfel erhielt für den Film den Hessischen Filmpreis und vor wenigen Tagen den Nachwuchsproduzentenpreis der VGF im Rahmen des Bayrischen Filmpreises.
Endlich wieder auf der Leinwand
Viele sehenswerte Filme sind fast für immer von der Leinwand verschwunden oder nur auf Video oder hin und wieder im Fernsehen zu sehen Ð oft in verstümmelter Fassung. femme totale hat ein Herz für diese "Klassiker" und holt sie aus der Versenkung.
My Brilliant Career (AUS 1979) war das fulminante Regiedebut der Australierin Gillian Armstrong, die in diesem Film die Gesellschaft ihres Landes um die Jahrhundertwende porträtiert. Hauptfigur ist eine junge Frau, die entgegen den Konventionen versucht, ihren eigenen Weg als Schriftstellerin zu gehen. Wanda (USA 1970) von Barbara Loden ist ein spröder Film mit eindrucksvollen Bildern und dichter Atmosphäre. Unfähig zur Kommunikation und ohne rechtes Ziel begibt sich Wanda auf die Suche nach Wärme und Geborgenheit. Dabei bleibt sie an einem Gelegenheitskriminellen hängen. His Girl Friday (USA 1940, R: Howard Hawks) zählt zu den rasantesten Komödien der Filmgeschichte. Eine erfolgreiche Reporterin steht im Begriff, im Hafen der Ehe zu verschwinden. Ein letztes Interview wird die Story ihres Lebens.
Dokumentarfilme auf dem Festival
Hochzeit im Einkaufszentrum, Scheidung im Iran, Musiker in der Pariser U-Bahn oder die erste Frau, die um die Welt fuhr... In allen Themenschwerpunkten des Festivals finden sich spannende Dokumentarfilme.
Musiker aus der ganzen Welt spielen in der Pariser Metro, vertrieben aus ihrer Heimat durch Krieg, Armut oder Diktatur. Heddy Honigmann porträtiert die oft hoch qualifizierten Musiker, ihr Leben in Paris, ihre Musik und ihre Erinnerungen. The Underground Orchestra (NL 1998) ist ein bewegendes Dokument über Exil, Widerstand, Einsamkeit und Hoffnung.
Die brasilianische Sängerin Carmen Miranda war in den 40er Jahren eine Legende und galt mit ihrem überdimensionalem Früchtehut, ihrem extravaganten Glitzerkostüm und ihrem strahlenden Lächeln als Sinnbild lateinamerikanischer Lebensart. Helen Solbergs Film Carmen Miranda - Bananas is my business (USA 1994) sucht die Person hinter dem Star und ist konstruiert wie ein Krimi.
In Mit starrem Blick aufs Geld (BRD 1982/83) porträtiert die Flmemacherin Helga Reidemeister ihre Schwester, die erfolgreich als Modell Karriere macht. Im Mittelpunkt steht der Zwiespalt zwischen Geschäft und der Sehnsucht nach einem ganz normalen Leben
Traumhochzeit in Shoppyland? Ein Schweizer Einkaufszentrum läßt seine Kunden das Traumpaar 1998 wählen, das im Shoppyland heiraten darf. Die junge Schweizer Regisseurin Jeanne Berthoud begleitete die Wahl, die Vorbereitungen und die Trauung (Darf ich mal schreien, Schweiz 1998). Eine Reise ins Land der Scheinwelten? Wo ist das Echte, wo das Falsche?
Was Ehe für Frauen im Iran bedeutet, zeigt der Film von Kim Longinotto und Ziba Mir-Hosseini Divorce Iranian Style (GB 1998) höchst eindrucksvoll. Es gibt nur wenige Gründe, weshalb Frauen sich von ihren Männern scheiden lassen dürfen. Der Film verfolgt drei Fälle am Teheraner Familiengericht. Ziba Mir-Hosseini, in London lebende Anthropologin und Buchautorin, ist auf dem Festival zu Gast.
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